Reisebericht Nr. 5 – Tag 6 – auf der MS Midnatsol, Dienstag, 22. März 2011, ” Hammerfest ” – die nördlichste Stadt der Welt – 70° 39′ 48” – und ” Honningsvåg ” von wo aus wir das Nordkap, den nördlichsten Punkt Europas, besichtigen wollten … wir waren “Am Ende der Welt” …

Flagge-Postschiff

Flagge der MS Midnatsol - Hurtigruten-Postschiff

Im Laufe der Nacht und der frühen Morgenstunden hatten wir die Häfen Skjervøy und Øksfjord angelaufen. In beiden Häfen hatten wir jeweils nur 30 Minuten Aufenthalt und fuhren weiter zum Hafen “Hammerfest”, in dem wir um 5.15 Uhr anlegten und bereits um 6.45 Uhr wieder ablegten. Um dieses Ereignis festzuhalten, war ich extra früh aufgestanden und habe bereits vorher ein Foto aus dem Kabinen-Fenster festgehalten und freute mich auf den vor uns liegenden Tag, nichts ahnend was dieser uns tatsächlich noch bringen würde. Auf der Rückfahrt – Richtung Süden – hätten wir, am 8. Tag, genügend Zeit gehabt uns Hammerfest anzusehen.

Hammerfest, seit fast 200 Jahren  – die nördlichste Stadt der Welt (70° 39′ 48”) -. Auf demselben Breitengrad liegen die nördlichsten Gebiete von Sibirien, der nördlichste Punkt Alaskas (Point Barrow), die Inseln nördlich von Kanada und die Mitte Grönlands. Bevor eine Straße zum Nordkap gebaut wurde, war “Hammerfest” Ausgangspunkt für Bootstouren zum Nordkap.

Kurz vor dem Einlaufen in Hammerfest

Kurz vor Hammerfest - aus dem Kabinen-Fenster aufgenommen

Mein Mann hatte – nach wie vor – fürchterliche Zahnschmerzen und hatte in der Nacht kaum geschlafen und so genossen wir einen geruhsamen Morgen, mit einem gemütlichen Frühstück und freuten uns auf die Ankunft in Honningsvåg um dort mit einem Bus zum Nordkap zu gelangen. Der Traum vieler Reisender, die nördlichste Spitze Europas – Das Nordkap, es erhielt seinen Namen übrigens von dem englischen Seefahrer “Richard Chancellor”, der 1533 nach der Nord-Ost-Passage nördlich von Sibirien nach Indien suchte. Auf dem Nordkap-Plateau steht man  – 71° 10′ 21? – nördlich des Äquators, 2.080 km vom Nordpol entfernt. Der nördlichste Punkt Europas ist eine kleine Spitze, die westlich des Plateaus herausragt, Knivskjellodden, über einen markierten Weg erreichbar.

Aufgrund des sehr schlechten Wetters, Schnee-Verwehungen und Windstärken von  8 Beaufort, fand die Busfahrt zum Nordkap-Plateau (307 Meter über dem Meer) nicht statt.  Das konnten wir gut nachvollziehen … Das Wetter wechselte auch ständig … mal Sonnenschein, dann wieder dunkle Schneewolken und heftige Windböen … unberechenbar. Die Busse konnten nicht fahren, weil die Schneepflüge nicht vorher fahren konnten … deshalb wird bei solch’ einem Wetter die Straße gesperrt, was – im Winter – häufiger vorkommt. Nun gut, gelangen wir halt nicht auf das Plateau … umschiffen wir es zumindest, dachten wir … auf dem Weg nach Kirkenes … doch es sollte alles anders kommen …

Honningsvåg, die Hauptstadt des Nordkaps hat etwa 2.800 Einwohner, nicht besonders groß, es gibt noch nicht einmal einen Zahnarzt, doch eine Apotheke – was ein Glück -. Ein schöner Hafen, der sich zu einem großen Fischereihafen entwickelt hat … und es gibt sogar einen Flughafen (mit ca. 19.000 Passagieren jährlich).

Also dann, schauen wir uns doch einfach einmal dieses “kleine” Städtchen an … wir hatten Zeit bis 15.00 Uhr, denn um 15.15 Uhr sollten wir wieder ablegen …

Schnee-Verwehungen in Honningsvåg

 

Bedehuset in Honningsvåg ...

 

Die MS Midnatsol im Hafen von Honningsvåg

Schnee lag in der Luft … wehte durch die Luft … und es war recht kalt … und wir träumten schon von unserem nächsten Abenteuer … einer Schneemobil-Nacht in Lappland …

Nächstes Abenteuer eine Schneemobil-Tour in der Nacht ...

reichlich durchfroren kehrten wir zurück an Board der MS Midnatsol. Wir warteten auf das Auslaufen aus dem Hafen um in Richtung “Kirkenes” eine Stadt mit rd. 5.000 Einwohnern, an der russischen Grenze gelegen, aufzubrechen. Doch wir liefen nicht aus, was völlig ungewöhnlich war, denn das Schiff war immer “pünktlich”, denn der nächste Hafen mit Post und Passagieren wartete schon. Kurz vor 17.00 Uhr wurden alle Passagiere in das Theater auf Deck 5 gebeten.

Hier wurde uns dann mitgeteilt, dass das Schiff einen Propeller-Schaden hat und die Reise offiziell abgebrochen wurde. Puh, das war ein gewaltiger Schock … wir hatten doch noch so viel von unserer Reise vor uns … doch, was nicht geht, geht halt nicht. Das Schiff war noch manövrier-fähig und wir würden nach Tromsø zurück fahren, denn die Strecke nach Kirkenes (N 069° 46,1 E 030° 05,3) könne das Schiff so nicht bewältigen. Tja, so umfuhren wir auch das Nordkap nicht mehr, sondern schipperten zurück. Wir konnten uns nun überlegen, ob wir von Tromsø aus auf ein anderes Schiff der Hurtigruten umsteigen wollten, entweder Richtung Norden – also nach Kirkenes, oder Richtung Süden – also zurück nach Bergen, oder ob wir die Heimreise von Tromsø per Flugzeug antreten wollten.

Da ich schon so früh aufgestanden war, war ich an diesem Abend recht müde und ging – so verrückt das auch klingt – “recht bekleidet” mit einem etwas mulmigen Gefühl schon gegen 23.00 Uhr schlafen, und schlief direkt tief und fest ein. So verpasste ich dann auch den “Nordlicht-Weck-Ruf” gegen etwa 23.15 Uhr, doch das erfuhr ich erst am nächsten Tag in Tromsø.

Einige Passagiere haben die Route Richtung Norden angetreten, was wir aus zeitlichen Gründen nicht konnten, und einige der Passagiere haben von Tromsø aus auch die südgehende Route auf einem anderen Hurtigruten-Schiff angetreten, doch wir wollten einfach nur noch nach Hause … und so warteten wir dann am nächsten Tag darauf, dass unser Name aufgerufen wird um zu erfahren, wie und wann wir Rückflüge bekommen würden … doch davon habe ich ja bereits in meinem Reisebericht Nr. 1 “Lost in Tromsø” – am 26. März 2011 – berichtet.

Ein Italiener “Negri” schrieb 1664: “Hier stehe ich am Nordkap, am äußersten Zipfel der Finnmark, am Ende der Welt selbst. Hier, wo die Welt endet, endet auch meine Wißbegierde und ich wende mich zufrieden nach Hause.”

Unsere Wißbegierde endete nicht … jedoch unsere Reise … wir wollten nur nach Hause … doch zuvor mussten wir noch in Tromsø übernachten, um dann am nächsten Tag von Tromsø, über Oslo und über Berlin nach Köln zurück zu fliegen.

Auch, wenn unsere Hochzeits-Reise “Die schönste Seereise der Welt” (Bergen – Kirkenes – Bergen) vorzeitig beendet wurde, haben wir die Tage auf der MS Midnatsol in Nord-Norwegen – im Winter – sehr genossen. Norwegen ist ein wunderschönes Land und unsere nächste Reise wird uns wieder nach Norwegen führen, dann werden wir die Mittsommernacht erleben, allerdings auf einem anderen Schiff, nämlich der AIDA-luna … mit der Tour: “Nordeuropa 5″:  Hamburg – Bergen – Honningsvåg – Island – Schottland – HH.

Es würde mich freuen, wenn ich euch mit meinen Reiseberichten erfreuen konnte … und wer weiß … vielleicht begegnen wir uns irgendwann einmal auf einem der Hurtigruten-Postschiffe … vi sees …

 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
  • Hui, da ist ja noch richtig Winter, liebe Doris! *zitter*

    Die Schneebilder sind bei mir schon ganz weit weg… aber trotzdem ist es ein schöner Einblick in deine/eure Reise! Und ihr denkt bestimmt immer wieder noch daran!

    Alles Liebe,
    Elisabeth

    • @ Elisabeth: Ja, bei uns jetzt auch … endlich Frühling !

      @ Ute42: Da wir positiv denken, gehen wir davon aus, dass unsere nächste Reise – wie geplant und auch bis zum Ende – verläuft …*g*

      @ Mamü: Ganz genau ! Danke dir für diese wundervolle “Ergänzung” ! Wir freuen uns ganz gewiß über das, was wir erleben durften.

      @ Lilli: Das ist ja gar nicht mehr so weit weg … und im Mai wird die Straße zum Nordkap wohl auch nicht gesperrt, es sei denn es hat Sturm. Das ist wohl richtig, AIDA und Hurtigruten, dass sind zwei ganz verschiedene Reisen. Doch uns sind die AIDA-Reisen schon sehr häufig empfohlen worden … und so probieren wir es einfach einmal aus … und auch auf diesen Schiffen kann man sich, wie es heißt, dem Trubel entziehen … wir werden sehen …

      @ Coalita: In welche “wärmeren” Gefilde denn ? Und verschlägt dich dann die Sehnsucht gar auch auf ein Schiff ? Ich wünsche auch dir noch einen schönen 1. Mai-Sonntag.

      @ ALL: Es freut mich, dass euch die Reiseberichte gefallen haben. Ich könnte euch noch so viele schöne Fotos zeigen, doch momentan baut mein Blog die Seiten “meines Erachtens” sehr langsam auf, deshalb habe ich nur wenige Fotos eingestellt. Zudem habe ich momentan einfach zu wenig Zeit zum Bloggen … sobald sich meine Zeit-Situation bessert, werde ich versuchen weitere Fotos – vielleicht in einem separaten Blog – zu zeigen und mich darum kümmern, dass der Blog die Seiten schneller aufbaut.

      Herzliche Grüße
      Doris

  • Schade, das eure Reise abgebrochen werden musste. Trotzdem habt ihr viele interessante Dinge gesehen und erlebt. Danke für diesen wundervollen Bericht, liebe Doris. Ich liebe solche Reiseberichte, auch wenn es mir bei euren Unternehmungen etwas zu kalt wäre :-) Jetzt schon freue ich mich auf den Bericht eurer nächste Norwegenreise, die dann hoffentlich bis zum Ende wie geplant verläuft.

  • Schade, dass diese schöne Reise so abrupt enden musste, liebe Doris.
    Aber wie heißt es so schön, trauern wir nicht um das, was wir nicht hatten, sondern freuen wir uns über das, was wir hatten. :-)
    Und wer weiß, wofür es gut war.
    Da waren ja einige schöne Erlebnisse dabei, das kann euch keiner mehr nehmen. Und offenbar habt ihr ja schon weitere wunderbare Urlaubspläne. :-)
    Das Bild mit den Schneeverwehungen ist ja besonders klasse.

    Danke für das Mitnehmen auf eure schöne Reise. :-)

    Herzliche Grüße,
    Martina

  • Liebe Doris,
    vielen Dank für Deinen interessanten Reisebericht und dass wir teilhaben dürfen.

    Wir, meine Freundin und ich, haben uns jetzt für Mai 2012 entschieden. Mal schaun, wie sich das so alles ergeben wird, denn ich lese schon lange über Norwegen (war auch schon in Oslo und Gol) und das Nordkap reizt mich sehr.

    Freut mich, dass Du das Ziel im Auge behältst ;-)
    Nur auf der AIDALuna herrscht eine ganz andere Atmosphäre als auf den Hurtigruten-Schiffen und hat bestimmt auch seinen Reiz.

    Liebe Grüße
    Lilli

  • Danke, liebe Doris, für diesen ausführlichen Reisebericht! Ich habe richtig Sehnsucht bekommen, auch mal wieder weiter weg zu reisen – allerdings dann eher in wärmere Gefilde. :-)
    Ich wünsche Dir einen schönen 1. Mai!

    Herzlich,
    Coralita

  • Oh, da habt ihr ja schon die nächste Reise geplant. Im Sommer sicher auch angenehmer als im Winter. Obwohl im Winter alles so ruhig erscheint, so friedlich.
    Danke für Deinen Bericht, ich werde beim nächsten dabei sein!
    Schöne Erinnerungen, die Du mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  • Liebe Doris,
    auch wenn ich erst heute dazu komme, Deinen Reisebericht zu Ende zu lesen, so kannst Du sicher sein, dass ich ihn SEHR GERNE gelesen habe und ich freue mich schon darauf, wenn Du über Deine nächste Reise berichten wirst.

    Du hast Dir wirklich viel Arbeit gemacht und sage ich jetzt einfach mal DANKESCHÖN.

    LG Susanne

  • [...] standen zu dieser Zeit “Schneemobile” vor der Tür. Siehe meinen Reisebericht: “Am Ende der Welt.” Nun ja, im Winter … gebe ich unumwunden zu, gefiel mir der Ort besser … Der [...]

Kommentieren

Translator

Kategorien
Folge mir:

Archiv
pinterrest

Blog Verzeichnis


Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Blogverzeichnis



Blogverzeichnis

Doris Karpowitz


Kalender
Dezember 2016
M D M D F S S
« Feb    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031